 

| Probleme bereiten die Stellen, an denen der gotische Ostchor (schwarz) an den romanischen Vorgängerbau (rot) anschließt. | | Spendenkonto der Bauhütte St. Sebald. e.V.
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Das Querhaus von St. Sebald ist Teil des spätromanischen Baus, der als doppelchörige Pfeilerbasilika mit Langhaus und Querhaus angelegt wurde. In der ersten Hälfte des 13.Jahrhunderts entstanden, wurde er bereits Anfang des 14. Jahrhunderts durch Seitenschiffverbreiterungen verändert. Es entstanden in dieser Zeit das Brautportal und das Dreikönigsportal. Heute ist das romanische Querhaus nur bei genauer Betrachtung ablesbar, da es mit dem gotischen Ostchor von 1379 verschmolzen ist. Diese Bauveränderungen erforderten gravierende konstruktive Eingriffe, bei denen große Öffnungen in bestehende Wände eingefügt wurden. Weitere Schwächungen der Wandkonstruktion des westlichen Giebels erfolgten 1444 mit der Aufhängung der großen Schwalbennestorgel von Heinrich Traxdorf. Bereits um 1900 bemühten sich die Baumeister Georg von Hauberrisser, Joseph Schmitz und Otto Schulz um Behebung der gravierenden Schäden, die durch diese Bauveränderungen entstanden waren. Sie hatten sich durch bedrohliche Risse gezeigt, und man sicherte die Konstruktion mit Eisenverklammerungen, Verstärkungen und Verankerungen. Im 2. Weltkrieg wurde der Sebalder Ostchor stark geschädigt. Er verlor nicht nur sein schweres mittelalterliches Dachwerk, sondern es entstand auch gravierender Schaden an Wand- und Gewölbekonstruktionen. Warnsignale, die sich in Rissen, herabgefallenen Putzbrocken und nachweisbaren Bauwerksbewegungen am romanischen Querhaus in jüngerer Zeit zeigten, wurden Ernst genommen und führten 2006 zu detaillierten Untersuchungen. Die Analysen förderten folgendes Ergebnis zutage: Durch die historischen Bauveränderungen können die Gewölbeschübe nicht schadensfrei über das Mauerwerk in das Fundament geleitet werden. Das leichte Nachkriegsdachwerk kann darüber hinaus das Mauerwerk nur unzureichend stabilisieren. Das Ablösen oder Kippen von Strebepfeilern und Außenmauern sind die Folge. Die Nachkriegsreparaturen wurden aus Materialmangel teilweise nur mit vorgeblendeten Sandsteinplatten ausgeführt, sodass die Mauerwerksstabilität reduziert ist. Was ist zu tun? Der Einbau neuer Tragglieder wie Stahlverspannungen und Rückverankerungen sowie Verstärkungs- und Stabilisierungsmaßnahmen an Gewölben und Mauerwerk sollen künftig helfen, die Kräfte, die über Dachkonstruktion und Gewölbe auf das Mauerwerk einwirken, schadensfrei in das Fundament zu übertragen und hierdurch die gefahrlose Benutzbarkeit der Kirche sicherstellen. (Text: Alexandra Fritsch)

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